Kleine Fotoschule 1

Kleine Fotoschule 1
(Text, Bilder und Grafiken von Henning Wiekhorst - Veröffentlicht im August 2020)

Zur Fotoschule - Teil 2

 

Seit der Digitalisierung der Fotografie sind wir dahin gelangt, dass fast jeder in seinem Smartphone eine erstaunlich gute und vollautomatische Kamera ständig mit sich trägt. Es ist faszinierend, was für Resultate mit einem Smartphone erzielt werden können! Ganz ohne fotografisches und technisches Wissen, kann jeder fantastische Bilder machen.

Der oder die Foto-Interessierte wird aber dennoch mit dem Smartphone schnell an Grenzen stoßen und sich eine Digitalkamera zulegen wollen.  Gründe hierfür mögen z.B. der Wunsch nach längeren Zoom-Brennweiten oder schnellerer Fokussierung sein, die Möglichkeit zu haben, einmal das Objektiv wechseln zu können.

Wer sich mit der digitalen Fotografie bisher noch nicht, oder nur oberflächlich beschäftigt hat, aber gerne hierin tiefer einsteigen möchte, sieht sich zunächst mit einer Vielzahl von Begriffen und Kamerafunktionen konfrontiert. Was z.B. ist ein CMOS APS-C Sensor? u.v.m.

Diese kleine Fotoschule will dem fotobegeisterten Amateur, dem Hobbyfotografen und Anfänger einen möglichst einfach verständlichen Überblick in Sachen Fotografie geben. Der versierte Profi wird diese kleine Fotoschule höchstens einmal „überfliegen“ wollen, aus reinem Interesse was hier so geschrieben steht. Die kleine Fotoschule lässt sich in zwei Teile mit folgenden Inhalten gliedern:

Fotoschule Teil 1: Kameras und Objektive

Fotoschule Teil 2: Techniken und Tipps

  • Der richtige Griff
  • Sicherer Stand
  • Atemtechnik
  • Perspektive und Motivausschnitt
  • Bildkomposition
  • Action und Mitzieher
  • Explosionstechnik
  • Der Mut zum Schuss

Zur Fotoschule Teil 2 bitte hier klicken!

Mit dem jetzigen Stand ist diese kleine Fotoschule hoffentlich ein hilfreiches und nützliches Werk, das zur fotografischen Kreativität verleitet.

Aufbau einer Kamera

Ob digital oder analog, das Grundprinzip der Fotoaufnahme ist gleich. Durch ein optisches Okular, dem Sucher, schauend wird ein Motiv anvisiert. Das hiervon reflektierte Licht wird von einem Objektiv mit Linse und verstellbarer, die Lichtmenge regulierenden Blende, eingefangen, um dann auf einen noch geschlossenen Verschluss zu treffen. Direkt hinter dem Verschluss befindet sich in Brennweite der Linse eine lichtempfindliche Oberfläche. Dieses kann eine Fotoplatte, ein Film oder ein digitaler Sensor sein. 

Die Kamera hat eine Vorrichtung zur Öffnung des Verschlusses, den Auslöser. Dieser lässt sich per Knopfdruck betätigen. Geschieht dies, so öffnet sich der Verschluss für eine kurze Zeit und erlaubt dem Lichteinfall die Abbildung des Motivs auf der Fotoplatte, dem Film oder dem Sensor. D.h., die lichtempfindliche Oberfläche wird für eine kurze Zeit - der Belichtungszeit - belichtet.

Aufbau-Kamera

Durch die Belichtung - bei Fotoplatte und Film mittels ausgelöster chemischer Reaktion, beim Sensor durch elektronische Lichterfassung und anschließender Verarbeitung im Prozessor - entsteht ein Bild.

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Kameratypen

Film-Kameras

 

Wohlwissend, dass es zahlreiche Kameratypen gibt, wird im folgenden nur auf digitale Kameras eingegangen. Diese haben sich aus den, zu analogen Zeiten so populären Klein-Bild-Film-Kameras abgeleitet. Die Abbildungsfläche des Klein-Bild-Films betrug 35 x 23 mm. Hat eine Digitalkamera einen Sensor dieser Grösse, so ist er als Vollformat-Sensor definiert.

Massentaugliche Kleinbildkameras waren in der Zeit des Films die Kompaktkamera und die Spiegelreflexkamera. Letztere wird im Englischen als Single Lens Reflex (SLR) bezeichnet. Die digitalen Nachfolger sind folglich die DSLR.

Bei einer Kompaktkamera ist der Sucher versetzt zur Aufnahme-Achse des Objektivs. Man spricht von der Sucher-Parallaxe. Diese bewirkt, dass der Fotograf im Sucher nie genau das Bild sieht, welches er tatsächlich fotografiert. 

Abhilfe schaffen Spiegelreflexkameras, die das eigentliche Objektiv als Sucher nutzen. Das einfallende Licht wird durch einen 45° angestellten Spiegel in das Dach des Kameragehäuses umgeleitet, wo es erneut mittels Spiegel oder Prisma in den Sucher reflektiert. Es funktioniert wie ein Periskop.

Wird der Auslöser gedrückt, so klappt der Spiegel hinter dem Objektiv hoch und gibt dem Licht den Weg frei, um, durch den sich dann öffnenden Verschluss, den Sensor zu belichten.

Während der Entfall der Filmrollen generell eine kleinere Bauart von Kameras ermöglicht und somit zu kleineren Varianten der Kompaktkameras, wie den Taschen- und Schnappschußkameras, geführt hat, sind die Spiegelreflexkameras aufgrund der Spiegelmechanik nicht wesentlich kleiner geworden.

Schematischer Aufbau einer DSLR

Die Filmrolle wird ersetzt durch den Sensor, den Prozessor und einer Speicherkarte. Von hohem praktischem Nutzen und an allen Digitalkameras vorhanden, ist der Monitor bzw. das Display an der Kamerarückseite. Dieses erlaubt es dem Fotografen das Bild direkt nach der Aufnahme und noch vor Ort zu überprüfen und ggf. das Foto mit korrigierten Einstellungen neu aufzunehmen.

Weitere Entwicklungen gehen dahin, dass die Mechanik in den Kameras zusehends durch elektronische Lösungen ersetzt wird. Nur so ist es möglich Kleinst-Kameras z.B. in Smartphones unterzubringen. Diese Kameras arbeiten in aller Regel mit einer festen, nicht verstellbaren Blende und schalten den Sensor nur für die Belichtungszeit ein, was den mechanischen Verschluss und die Blendenmechanik unnötig macht. Zum Teil sind die Kameras mit mehreren Objektiven bzw. Linsen wie einer Weitwinkel-, Ultraweitwinkel- und Tele-Linse ausgestattet, zwischen denen nahtlos hin und her geschaltet wird. Die Fotoergebnisse moderner Smartphones sind so gut, dass die Schnappschuss-, Taschen- und Kompaktkameras obsolet werden und zusehends vom Markt verschwinden.

Ferner zeichnet es sich ab, dass die Spiegelreflexkameras mit spiegellosen Kamerasystemen erhebliche Konkurrenz bekommen. Was vorher der Spiegel machte, wird jetzt elektronisch als Live-View auf den Monitor gebracht. Somit kann das Display als Sucher fungieren und die ganze Spiegelmechanik entfällt.

Eine Gemeinsamkeit aller modernen Digitalkameras, von den Smartphones über die DSLR bis hin zu den spiegellosen Kameras, ist die Fähigkeit auch Videos aufzeichnen zu können.

Zurück blickend auf die Anfänge der massentauglichen Digitalfotografie, waren die ersten Kompaktkameras sicherlich nicht für die Profi-Fotografie geeignet. Das lag zum einen an den damals noch nicht so weit entwickelten Sensoren mit mangelnder Auflösung, als auch daran, dass die Objektive fest verbaut waren. Ganz zu schweigen über die Sucher-Parallaxe!

Der versierte Amateur-, als auch der Profifotograf brauchte aber eine Auflösung, die dem des Films entspricht sowie die Möglichkeit des Objektivwechsels zur Auslebung seiner Kreativität. Für

den Wechsel von analog zu digital war es zudem nötig, dass vorhandene Objektive weiter verwendet werden konnten und alle Kamerafunktionen auch manuell bzw. einzeln einstellbar waren. All dieses boten Anfangs nur die DSLR.

Mit Stand Mitte des Jahres 2020 lassen sich letztlich die digitalen Kameras unabhängig ihrer Baugrösse in folgende Typen kategorisieren:

  1. Kompaktkameras: Alle Kameras mit fest verbauten Objektiven 
  2. DSLR: wie zuvor beschrieben 
  3. Spiegellose Kameras mit wechselbaren Objektiven 
  4. Smartphones.

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Sensor und Prozessor

Im folgenden soll nur ein prinzipielles Verständnis der Abläufe zur Bilderstellung in einer digitalen Kamera vermittelt werden. Der Anspruch einer technisch exakten und im Detail korrekten Beschreibung moderner Sensoren besteht hierbei nicht.

Der Sensor einer Digitalkamera ist vergleichbar mit der Netzhaut eines Auges. Diese besteht aus vielen kleinen, auf Licht reagierenden Rezeptoren. Beim Sensor sind dieses kleine Dioden, welche als Pixel benannt werden. Die Dioden können die Lichtintensität nach hell und dunkel erfassen. Farben können nicht unterschieden werden!

Zur Farberkennung wird ein Filter über die Dioden bzw. Pixel gelegt, und zwar so, dass jede einzelne Diode genau einer der Farben Rot, Grün oder Blau (RGB) zugeordnet ist. Um einen farbigen Punkt auf einem Foto darstellen zu können, müssen die Daten von drei Dioden zusammen geführt (gemischt) werden. Diese Datenverarbeitung macht der Prozessor!

Hat der Prozessor alle Sensordaten zu einem Bild verarbeitet, schreibt er das Bild als Datei zunächst in einen kamerainternen Zwischen- bzw. Pufferspeicher und von hier dann z.B. auf eine Speicherkarte. 

Aufbau eines Sensors

Gemäß obiger Skizze des vereinfachten Aufbaus eines Sensors wäre in der Theorie die Pixel-Auflösung des fertigen Fotos 1/3 derer des Sensors. Ob dem wirklich so ist, hängt vom Prozessor ab, wobei sich durchaus Unterschiede bei den Kameraherstellern zeigen.

Die Herstellung der Sensoren ist schwierig und teuer. Schließlich stellt sich die Frage der technischen Machbarkeit. Ein Pixel ist der kleinste darstellbare Punkt eines Bildes. Bei einem Sensor ist dieses gleich einer Diode. - Wie dicht können die Dioden auf dem Sensor gepackt werden? - Das ist die eine Frage! Die andere Frage ist die, wie gross ein Sensor sein muss?

In frühen Zeiten kämpfte die Digitalfotografie noch damit, im Vergleich zum Film gleichwertig auflösende Bilder erzeugen zu können. Um Fotografen zum Wechsel von analog auf digital bewegen zu können, war es notwendig, dass die alten Objektive, welche auf die Belichtung der Fläche eines Kleinbildfilms (36 x 24 mm) ausgelegt waren, weiter verwendet werden konnten.

Um dem Markt Kameras zu halbwegs verträglichen Preisen anbieten zu können, wurden kleinere Sensoren eingebaut. In der Übergangszeit von analog zu digital, brachte man Filme oder Speicherkarten noch in ein Fotogeschäft um sich Abzüge bzw. Ausdrucke machen zu lassen. Seit Einführung des Kleinbildfilms haben Fotos üblicher Weise Abmessungen mit einem Seitenverhältnis von 3:2. Es gab also Drucke z.B. mit den Maßen 12 x 9 cm, 15 x 10 cm usw.

Bei einem Sensor der Fläche 23 x 15 mm = 345 mm^2 brauchte es ca. 6.000.000 Pixel (6 MP), um Bilder zu erzeugen, bei denen das menschliche Auge keinen Unterschied zu Filmabzügen bis zu der Grösse DIN-A5 mehr erkennen konnte. Heutzutage stellt sich diese Frage der Auflösung eines Sensors im Vergleich zum Film nicht mehr.

Der Crop-Factor

Stellen Sie sich vor, ein Foto mit einer Vollformat-Kamera (Sensorgrösse = 36 x 24 mm) mit einem Objektiv der Brennweite 100 mm aufzunehmen und hiervon einen Ausdruck z.B. der Größe 15 x 10 cm zu machen. Jetzt nehmen Sie eine andere Kamera mit kleinerem Sensor, z.B. 23 x 15 mm, aber ebenfalls mit einem 100-mm-Objektiv und machen ein Foto vom gleichen Motiv.

Mit dem kleineren Sensor nehmen Sie nur einen Ausschnitt (englisch: crop) des Vollformatbildes auf. Um hiervon ebenfalls einen Ausdruck der Größe 15 x 10 cm machen zu können, müssen Sie das Bild entsprechend vergrößern. Das Vergrößern wird auch als „zoomen“ bezeichnet.

Wenn Sie nun ein Bild dieser Vergrösserung mit einer Vollformat-Kamera machen wollten, müssten Sie ein Objektiv mit einer längeren Brennweite verwenden. In dem genannten Beispiel ist diese um einen Faktor 1,6 verlängert, also auf 160 mm. Dieser Faktor wird als Sensor-, Zoom-, Brennweiten-, Ausschnitts- oder Crop-Faktor bezeichnet.

Der Crop-Factor hat Vor- und Nachteile, die davon abhängen, was der Fotograf fotografieren möchte. Ein Sport- und Action-Fotograf wird den Zoomeffekt schätzen, während der Landschafts- und „Kreativ-Fotograf“ diesen nun gar nicht mag und möglichst im Vollformat arbeiten möchte. Nur im Vollformat kann er alle Fähigkeiten der Objektive ausnutzen.

Besonders deutlich wird dieses bei der Verwendung eines Fischaugen-Objektives. Der 1,6’er-Sensor beschneidet den Krümmungs-Effekt doch sehr, ein 1,3’er-Sensor schon weniger und der Vollformat-Sensor gar nicht:

 

Fischauge mit 1,6'er Crop-Factor
Fischaugen-Effekt mit 1,6’er-Sensor (Canon EOS 7D Mark II)

 

Fischauge mit 1,3'er Crop-Factor
Fischaugen-Effekt mit 1,3’er-Sensor (Canon EOS 1D Mark II)

 

Fischauge mit Vollformat-Sensor
Fischaugen-Effekt mit Vollformat-Sensor (Canon EOS 6D Mark II)

 

Anfänglich der Digitalisierung gab es zwei unterschiedliche Sensorarten. Das eine war der CCD (charged couple device) und der andere der CMOS (complementary metal-oxide-semiconductor). Bis ca. 2010 wurde der CCD in fast allen Kompaktkameras verbaut, während der CMOS, wenn überhaupt, den Spiegelreflexkameras vorbehalten war. Heutzutage werden fast ausschliesslich CMOS verbaut, da diese mehr technische Weiterentwicklungen erlauben.

Eine dieser Entwicklungen ist die Anbringung von Signalverstärkern direkt an jeder einzelnen Diode des Sensors. Die stärkeren Signale erlauben im Prozessor eine verbesserte und feinere Datenverarbeitung, welche sich positiv auf die Qualität des erzeugten Bildes auswirkt. Zu dem wird eine erhöhte Lichtempfindlichkeit durch die verstärkten Signale erreicht. Der Prozessor erfährt folglich eine aktive Unterstützung seitens des Sensors. Es wird vom Active Pixel Sensor (APS) gesprochen. Ein APS-C hat einen Cropfactor von 1,6 und ein APS-H hat 1,3.

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Lichtempfindlichkeit

In frühesten Anfängen der Fotografie, vor über 200 Jahren, musste die Fotoplatte noch bis zu acht Stunden belichtet werden, um überhaupt ein Bild zu bekommen. An Schnappschüsse war damals eher nicht zu denken. Um die Belichtungszeiten verkürzen zu können, mussten die Fotoplatten lichtempfindlicher und damit „schneller“ werden.

Über die Zeit wurden zunächst schnellere Fotoplatten und später auch Filme entwickelt.

Zur Vereinheitlichung wurden Normen und Bezeichnungen für verschieden empfindliche Filme erstellt. Bei den Kleinbildfilmen wurden bis zuletzt die Angaben nach der American Standards Association (ASA) benutzt, welche im Wesentlichen der International Standardization Organisation (ISO) entsprechen. Ohne auf das Zustandekommen der Werte einzugehen, gilt, je höher der angegebene Wert, je grösser die Lichtempfindlichkeit.

War zuletzt ein Film mit 100 ASA mehr oder weniger der Standardfilm, welcher bei Verschlusszeiten, je nach Blende, von 1/500 Sekunden erlaubte, so gab es auch Filme mit 200 ASA, 400 ASA, 800 ASA und 1600 ASA. Der 200’er Film erlaubte doppelt so schnelle Verschlusszeiten als mit dem 100’er. Der 400’er ist wiederum 2x schneller als der 200’er, usw. Ein 1600 ASA Film war schon etwas besonderes für Aufnahmen bei Dunkelheit.

 

Budapest
Budapest / Ungarn: Canon PowerShot G9: 1/13 s, ISO 800 - Das rauscht schon etwas! - Das tut dem Bild aber keinen Abbruch!

 

Bei digitalen Kameras lässt sich die Lichtempfindlichkeit in Anlehnung an die früheren Filmwerte in Stufen einstellen. Was einmal 100 ASA waren entspricht jetzt ISO 100. Die Bandbreite der einstellbaren Lichtempfindlichkeit moderner Sensoren bewegt sich je nach Kamera zwischen ISO 25 und ISO 50.000. Die aller neusten spiegellosen Kameras kommen sogar auf ISO 102.000.

Typische Einstellstufen sind: ISO 50, 100, 200, 250, 320, 400, 500, 640, 800, 1000, 1250,1600, 2000, 2500, 3200, 4000, 5000, 6400, 8000, 10000 …

Die hohen Lichtempfindlichkeiten erweitern natürlich die fotografischen Möglichkeiten bei schlechten Lichtverhältnissen. Allerdings leidet die Bildqualität mit zunehmendem ISO-Wert.

Es darf jedoch erwartet werden, dass moderne Kameras bei ISO 3200 und bessere Apparate auch noch bei ISO 6400 relativ rauschfreie Bilder liefern.

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Verschluss

Die üblicher Weise verbauten Verschlusstypen sind der Schlitzverschluss und der Zentralverschluss. Beide bedienen sich mechanischer Elemente, welche allerdings elektronisch angesteuert werden. Ganz ohne Mechanik kommt der elektronische Verschluss aus, welcher so funktioniert, dass der Sensor nur während der Belichtungszeit unter Strom gesetzt wird.

Letzterer findet sich derzeit hauptsächlich in Smartphones.

Der Schlitzverschluss bietet die Vorteile, dass er direkt in der Kamera, unmittelbar vor dem Sensor eingebaut werden kann. Der Zentralverschluss sitzt üblicher Weise im Objektiv und findet sich deswegen, wenn er denn noch verbaut wird, nur in Kompaktkameras mit fest verbautem Objektiv.

Mit dem Schlitzverschluss lassen sich zu dem sehr viel kürzere oder „schnellere“ Belichtungszeiten von bis zu 1/8000 Sekunde erreichen. Die Belichtungszeit setzt sich hierbei einerseits aus der Geschwindigkeit der Vorhangsbewegung und andererseits der Schlitzbreite zusammen.

Kamera-Verschlüsse

Kritiker führen an, dass es beim Schlitzverschluss zu Bildverzerrungen, vor allem bei sich schnell bewegenden Motiven kommen kann. Dieses resultiert daraus, dass die Sensorfläche in den meisten Situationen wegen „Scan-Bewegung“ nicht überall gleichzeitig belichtet wird. In der Praxis sind diese Verzerrungen belanglos gering.

In der Theorie produziert dem gegenüber der Zentralverschluss im Zentrum eine leichte Überbelichtung im Vergleich zum Bildrand. Auch das ist vernachlässigbar, zumal diese Fehler über den Prozessor korrigiert werden.

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Belichtungszeit

In der Praxis soll die Belichtungszeit so gewählt sein, dass das Bild nicht verwackelt. Als Orientierung dient die Brennweite des Objektivs. Ist diese z.B. 50 mm, dann sollte die Belichtungszeit nicht langsamer als 1/50 s sein, bei 100 mm 1/100 s usw. Die Regel gilt für das freihändige Fotografieren von unbewegten Motiven ohne Bildstabilisator.

Die nächsten fünf Aufnahmen zeigen die Wirkung unterschiedlicher Belichtungszeiten am Beispiel von aus einem Wasserschlauch spritzendem Wasser:

 

Verschlusszeit = 1/100 s
Verschlusszeit = 1/100 s

 

Verschlusszeit = 1/400 s
Verschlusszeit = 1/400 s

 

Verschlusszeit = 1/1000 s
Verschlusszeit = 1/1000 s

 

Verschlusszeit = 1/4000 s
Verschlusszeit = 1/4000 s

 

Verschlusszeit = 1/8000 s
Verschlusszeit = 1/8000 s

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Objektiv und Blende

Objektive

 

Ohne „Glas“ kein Foto! Das Objektiv einer Kamera fängt das vom anvisierten Motiv reflektierte Licht ein und projiziert dieses auf den Sensor.

Ein modernes Objektiv besteht aus mehreren Linsen oder Linsengruppen, der Blende sowie einem Mechanismus zum Scharfstellen bzw. Fokussieren. Manche Objektive besitzen zu dem einen Bildstabilisator, der leichte Verwackelungen ausgleichen kann.

Gute Objektive sind teuer und kosten oftmals mehr als eine Kamera. Hinsichtlich der Wechsel-Objektive sind Anschlüsse und Befestigungen nicht genormt und bei jedem Hersteller unterschiedlich. So kommt es, dass wenn sich ein Fotograf einmal für eine Kamera eines bestimmten Herstellers entschieden hat, er beim Kauf einer neuen Kamera der Marke treu bleiben wird. Täte er das nicht, so müsste er neue Objektive kaufen und das könnte sehr teuer werden.

Die Güte eines Objektivs richtet sich nach vielen Kriterien, die sich z.T. gegenseitig beeinflussen. Aus was für einer Glassorte oder welchen anderen Materialien wie z.B. Kunststoffe, Fluorite und dgl. sind die Linsen gemacht. Wie gut sind diese geschliffen, poliert und z.T. auch beschichtet? Wie gleichmäßig wird die Sensorfläche ausgeleuchtet und wie akkurat ist Farbwiedergabe? Welche Verzerrungen verursacht das Objektiv? Aus welchem Material ist das Gehäuse und wie ist dieses gegen Staub und Wasser abgedichtet? usw.

All diese Fragen spielen je nach fotografischen Ansprüchen eine Rolle.

Kaufen Sie Wechsel-Objektive des selben Herstellers, von dem auch die Kamera ist, so sind diese gut auf einander abgestimmt. So ist z.B. für den Action- und Sportfotografen ein schneller Autofokus, und damit verbunden, eine schnelle Auslösung wichtig.

Maßgeblich für die Wahl eines Objektives ist jedoch die Brennweite und der Blickwinkel, deren Wahl letztlich davon abhängt, was Sie fotografieren wollen. Je länger die Brennweite, je größer ist auch die Vergrößerung und je weiter kann das gewählte Motiv vom Fotografen entfernt sein.

Mit einer kurzen Brennweite geht auch ein weiter Blickwinkel einher. Somit kann der Fotograf nahe an einem großen Motiv stehen und es trotzdem voll erfassen. Weite Blickwinkel erlauben z.B. auch die Aufnahme von Landschaftspanoramen.

 

Objektive: Brennweiten und Blickwinkel

 

Es gibt Objektive mit einer nicht verstellbaren Fest-Brennweite und Zoom-Objektive, die es erlauben, innerhalb eines gewissen Bereiches, die Brennweite stufenlos zu verstellen.

Die meisten Objektive - ausser denen von Smartphones -  besitzen eine in Stufen verstellbare Blende, über welche die einfallende Lichtmenge reguliert wird.

Der Vorteil von Fest-Brennweiten ist der, dass hier in aller Regel mehr Licht einfallen kann, als bei Zoom-Objektiven. Letztere erlauben hingegen eine enorme Flexibilität indem Sie dem Fotografen lästige Objektivwechsel ersparen. 

Neben der Wahl der Brennweite, ist die Blende eines Objektivs von entscheidender Bedeutung. Eine Blende funktioniert ähnlich wie ein Zentralverschluss, nur, dass sie nicht ganz verschließt und auch nicht so schnell reagieren muss. Der Öffnungsdurchmesser einer Blende bestimmt die Menge des einfallenden Lichts. Je grösser der Durchmesser, je mehr Lichteinfall!

Die Blendengrösse wird angegeben als Verhältnis der Brennweite f zu ihrem Öffnungsdurchmesser. Beispiel: Eine Brennweite = 100 mm dividiert durch einen Blendendurchmesser = 35,71 mm ergibt den Wert von 2,8 (100 / 35,71 = 2,8). Dieses gleicht umgestellt den Blendenangaben wie z.B. f/2.8 (= Blendendurchmesser) oder 1 : 2,8, wobei die 1 der Platzhalter für f ist.

 

Angaben von Brennweite und Blende auf einem Objektiv
Angaben von Brennweite und Blende auf einem Objektiv

 

Damit wird klar, dass je kleiner der Blendenwert ist, umso grösser ist die Blende! Objektive werden immer mit ihrer Brennweite und der grössten Blende bezeichnet, wie z.B. 50 mm 1:1,4.

Bei Zoom-Objektiven mag sich die maximale Blende mit variierender Brennweite verändern. Haben Sie z.B. ein Objektiv der „Zoom-Weite“ 100 - 400“, so wird immer die maximale Blende der kürzesten und der längsten Brennweite angegeben, wie z.B. 1 : 4,5 - 5,6.

 

Vergleichen Sie bei gleichen Lichtverhältnissen und selben Brennweiten ein Objektiv mit der Blende f / 2,8 mit einem der Blende f / 4,5, so werden sie feststellen, dass die grössere Blende eine schnellere Verschlusszeit erlaubt. Daher wird bei „Gläsern“ mit grossen Blenden auch von schnellen Objektiven gesprochen.

Die Wahl der Blende entscheidet über die Tiefenschärfe eines Bildes. Eine große Blende hebt das im Fokus liegende Motiv scharf hervor, während der Hintergrund verschwommen bleibt. Je kleiner die Blende gewählt wird, je mehr scharf wird der Hintergrund. Die folgenden Bilder zeigen diesen Effekt:

 

Geringe Tiefenschärfe bei f/4
Eine grosse Blende wie f/4 bewirkt eine geringe Tiefenschärfe.

 

Blende f/22
Eine kleine Blende f/22 lässt den Hintergrund auch in der Tiefe noch scharf aussehen.

 

Auch gibt es noch Sonderobjektive, wie z.B. das Fischauge, TS- und Makro-Objektive.

Das Fischauge hat typischer Weise einen Blickwinkel von 180° bei einer Brennweite 16 mm und stellt Motive stark gekrümmt dar. Beim Zirkular-Fischauge mit 6 mm Brennweite gibt es einen Kreis-Effekt.

Das Gegenteil sind die Tilt & Shift (TS) Objektive. Diese werden hauptsächlich in der Architektur-Fotografie und für Innenräume eingesetzt. Während normale Weitwinkel-Gläser im Randbereich der Aufnahmen gerade Linien doch ziemlich gekrümmt darstellen, kann bei diesen Objektiven mittels Stellschrauben die Optik etwas verschoben werden, damit diese Krümmungen eben nicht auftreten.

Makro-Objektive sind in ihrem optischen Linsensystem speziell darauf ausgelegt bei einem möglichst geringen Abstand zum Motiv noch fokussieren zu können. Kurz gesagt, kann man hiermit kleine Motive, wie etwa Insekten, gross herausbringen.

 

Makro-Aufnahme einer Fliege

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Weißabgleich

Hinsichtlich der Farbgebung ist die Beachtung der Lichtquelle wichtig. Von der Sonne verursachtes Tageslicht gibt Farben anders wieder als der Mond in der Nacht oder eine Glühbirne.

Bei „analogen“ Kameras wird eine Anpassung hierüber durch die Verwendung unterschiedlich reagierender Fotoplatten oder Filme vorgenommen. Dieses ist folglich nicht Bestandteil der Kamera. Bei digitalen Apparaten ist der eingebaute Sensor aber sehr wohl Teil der Kamera.

Ganz gleich, ob analog oder digital, es wird sich daran orientiert, dass eine weiße Fläche oder Gegenstand so erscheint, wie das menschliche Auge ihn im jeweils vorhandenen Licht sehen würde. D.h. die Farbe Weiß wird entsprechend des vorhandenen Lichts aus balanciert. Im Englischen wird  von der „White Balance“ (WB) gesprochen.

Digitale Kameras erlauben neben einer automatischen Anpassung (AWB) die manuelle Auswahl von verschiedenen WB-Einstellungen. Der automatische Weißabgleich funktioniert bei modernen Kameras sehr gut und garantiert in aller Regel eine natürliche Farb-Wiedergabe.

Die folgenden Bilder wurden bei Tageslicht, kurz hinter einander in verschiedenen WB-Einstellungen aufgenommen. Achten Sie auf die Farben!

Auto-White-Balance
Automatischer Weißabgleich

 

WB = Daylight
WB: Tageslicht (sonnig)

 

WB = Daylight Shadow
WB steht auf Tageslicht schattig bzw. bewolkt

 

WB = Tungsten
WB auf Kunstlicht eingestellt.

 

Je nach dem, welche Stimmung im Bild erzeugt werden soll, können Sie durchaus mit der WB-Einstellung spielen. Gute Kameras bieten auch die Möglichkeit individuelle WB-Einstellungen vorzunehmen und als Sonderfunktion zu speichern, so dass Sie diese immer wieder aufrufen können. 

Dieses Thema wird an dieser Stelle nicht weiter behandelt. Wenn Sie sich hierfür jedoch interessieren, sollten Sie ggf. im Internet nach dem Thema „Farbtemperatur-Einstellungen suchen.

Einen guten Anfang machen Sie sicherlich mit https://de.wikipedia.org/wiki/Farbtemperatur.

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Kamera-Aufnahme-Modi

Modus-Wahlrad
Modus-Wahlrad

 

Ausser bei Smartphones und vollautomatischen „Point & Shoot“ - Kameras, bieten die meisten Geräte verschiedene Aufnahme-Modi zur Auswahl. Welche, bzw. wieviel Modi zur Auswahl stehen, richtet sich nach der Klientel, die der Kamerahersteller mit dem jeweiligen Modell ansprechen will.

Das obige Bild zeigt das Modus-Wahlrad einer DSLR für Einsteiger. Hier sind unterhalb der „Off-Stellung" zahlreiche Automatik-Einstellungen zu sehen, sowie oberhalb der Off-Stellung vier Kreativ-Modi.

Die Automatik-Modi erlauben dem Fotografen fast keinen weiteren Eingriff in etwaige Aufnahme-Parameter ausser, dass er eine Auswahl für verschiedene Aufnahmesituationen treffen kann, wie z.B. Portrait, Landschaft, Makro, Sport usw. Diese Einstellungen ermöglichen dem Einsteiger bzw. unerfahrenen Fotografen dennoch aus technischer Sicht gute Bilder machen zu können.

Automatik-Modi sind:

A+ (Automatic): Die Kamera hat eine intelligente Szenen- und Motiverkennung, gemäß welcher alle Parameter, einschließlich Blitz vorgenommen werden.

CA (Creative Automatic): Arbeitet gleich wie die Automatik, nur dass hier der Fotograf eine begrenzte Blenden-Auswahl zur Anpassung der Tiefenschärfe vornehmen kann.

Portrait: Geringe Tiefenschärfe, also grosse Blende un unscharfen Hintergrund zu schaffen.

Landscape (Landschaft): Grosse Tiefenschärfe für möglichst klar erkennbaren Hintergrund.

Makro (Nahaufnahme): Zur Verwendung wenn mit Makro-Objektiven gearbeitet wird.

Sport: Nimmt eine Bildreihe unter automatischer Fokus-Nachverfolgung auf.

Food (Essen): Hier sättigt der Prozessor in der Verarbeitung der Bilddaten die Farben etwas.

Night Portrait (Nacht): Erwirkt optimierte Parameter unter Einsatz des internen Blitzes sofern vorhanden.

Video: Schaltet die Video-Funktion der Kamera ein.

Je mehr eine Kamera die Klientel erfahrener und Profi-Fotografen anspricht, je weniger Automatik-Modi werden zur Verfügung stehen. Bei Profi-Kameras stehen die Kreativ-Modi klar im Vordergrund, als da wären:

P (Program): Die Kamera bestimmt alle Einstellungen automatisch, wobei der Fotograf die Belichtung in heller oder dunkler verschieben kann. Auch bestimmt der Fotograf ob die Aufnahme mit oder ohne Blitz erfolgt.

Tv (Time variable): Der Fotograf bestimmt die Verschlusszeit während die Kamera alle anderen Parameter anpasst.

Av (Aperture variable): Der Fotograf bestimmt die Blende, an welche die Kamera alle anderen Parameter anpasst.

M (Manuell): Der Fotograf stellt sämtliche Parameter manuell ein.

B (Bulb): Der Verschluss ist solange geöffnet, wie der Fotograf den Auslöser gedrückt hält. (Im obigen Bild nicht enthalten)

Ganz gleich von welchem Hersteller eine Kamera ist, die Modus-Bezeichnungen sind allgemein gebräuchlich.

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Zur Fotoschule Teil 2: Techniken und Tipps

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